Pressespiegel 2020

Bei der gestrigen Gedenkveranstaltung zur Befreiung des Konzentrationslagers in Auschwitz vor 75 Jahren haben die Teilnehmer auch die Stolpersteine in der Iserlohner Fußgängerzone geputzt. Foto: Michael May

Iserlohner Kreisanzeiger, 28.01.2020

Keinen Zentimeter für rechtes Gedankengut

„Fridays for Future“ und Friedensplenum haben 75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz zum Gedenken eingeladen

Von Ralf Tiemann

Iserlohn „Auschwitz ist zum Sinnbild der Judenvernichtung geworden“, sagt Christian Kiangala – eine industriell durchgeführte Massenvernichtung, für deren Grausamkeit die eigene Vorstellungskraft nicht ausreiche, wie der Iserlohner Schüler und „Fridays for Future“-Aktivist gestern auf dem Alten Rathausplatz hinzufügte.
Am 27. Januar 1945, gestern vor 75 Jahren, wurde das Konzentrationslager im heutigen Polen von der Roten Armee befreit, womit die Gräueltaten der Nazis zutage traten. Mit der gestrigen Kundgebung und dem anschließenden Putzen der Stolpersteine in der Fußgängerzone, die an das ehemalige jüdische Leben in der Stadt erinnern, hat sich Iserlohn auf Einladung von „Fridays for Future“ und Friedensplenum in die vielen bundesweiten Gedenkveranstaltungen eingereiht. Viele der Iserlohner Juden seien damals nach Theresienstadt deportiert worden, bevor sie in Auschwitz ermordet worden seien, erinnerte Christian Kiangala.

"Die eigene Vorstellungskraft reicht nicht aus."
Christian Kiangala, Schüler zu den Gräueltaten der Nationalsozialisten

Wie Detlev Paul vom Friedensplenum erklärte, habe Iserlohn inzwischen eine Tradition des Gedenkens. Eine lebendige Erinnerungskultur sei ebenso wichtig wie Zivilcourage, mit der sich jeder gegen rassistische Äußerungen stellen müsse. Zur Erinnerungskultur gehöre auch das Putzen der Stolpersteine in der Innenstadt. Er sei froh, dass trotz der recht spontanen und kurzfristigen Einladung zu dem gestrigen Gedenken so viele Gäste gekommen seien und auch so klare Aussagen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gefunden hätten. Mit Manuel Huff (Die Linke), Martin Isbruch (Grüne), Michael Joithe (Die Iserlohner), Detlev Köppke (FDP), Martin Luckert (SPD) und Jörg Teckhaus (CDU) hatten Vertreter fast aller Parteien und Wählergemeinschaften in Iserlohn das Wort zum Gedenken ergriffen.

Wichtiges Signal gegen Rechtspopulismus
Schon zuvor hatte Pfarrer Dr. Gottfried Abrath mit einem jüdischen Lied und einem jüdischen Trauergebet der Veranstaltung auch einen geistlich-musikalischen Rahmen gegeben. Der stellvertretende Bürgermeister Thorsten Schick hatte ein Grußwort beigesteuert, in dem er davor warnte, dass ein solches Gedenken nicht zu einer bloßen moralischen Pflichtübung verkommen dürfe – vor allem nicht in der gegenwärtigen Zeit, in der bereits jeder fünfte bereits rechtspopulistische Meinungen annehme: „Wir dürfen dem keinen Millimeter Platz geben.“ Das Putzen der Stolpersteine sei dafür ein wichtiges Signal.


Iserlohner Kreisanzeiger, 24.01.2020

Plenum und Fridays: Gedenktag für die Opfer der NS-Zeit

Iserlohn. Das Friedensplenum und Fridays for Future Iserlohn wollen am Montag, 27. Januar, der Opfer des Nationalsozialismus gedenken. Am 27. Januar jährt sich zum 75. Mal die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Seit 1996 ist dieser Tag ein bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag. Die Iserlohner Gedenkveranstaltung, zu der die beiden Aktivisten-Gruppen alle demokratischen Parteien und die Iserlohner Bürger einladen, beginnt um 15 Uhr auf dem Alten Rathausplatz. Nach kurzen Redebeiträgen des Friedensplenums und der Stadtverwaltung werden die Stolpersteine, die in der Fußgängerzone an das frühere jüdische Leben in der Iserlohn erinnern, aufgesucht und aufpoliert.


Iserlohner Kreisanzeiger, 17.01.2020

Vortrag über das Frauenhaus

Iserlohn Am Dienstag, 21. Januar, lädt das Friedensplenum zum Vortrag der Leiterin des Frauenhauses ein. Ab 19.30 Uhr wird Anna Müller in den Räumen des „ISI“ (Werner-Jacobi-Platz 13/gegenüber des Eingangs zum Rathaus II) über ihre Arbeit berichten. Obwohl sich mit dem Gewaltschutzgesetz die zivilrechtlichen Schutzmöglichkeiten für Opfer häuslicher Gewalt deutlich verbessert haben, steigt die Anzahl der Fälle weiter an. Seit knapp 30 Jahren gibt es darum das Frauenhaus. Dort wird Frauen, die in ihrer Beziehung Gewalt ausgesetzt sind, vorübergehend eine sichere Wohnmöglichkeit geboten.

Der Eintritt ist frei, Anmeldungen sind nicht erforderlich.


Seit 2013 wird am Hiroshima- und Nagasakitag die Flagge dieses Friedensbündnisses am Balkon des Alten Rathauses aufgehängt. Michael May

Iserlohner Kreisanzeiger, 09.01.2020

Für eine atomwaffenfreie Welt

Friedensplenum wirbt um Unterstützung des Städteappells von ICAN

Iserlohn. Das Friedensplenum wendet sich in einem offenen Brief an die Iserlohner Ratsfraktionen, um eine Unterstützung des Städteappells von ICAN (Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen) zu unterstützen.

ICAN setzt sich für die vollständige Abschaffung aller Atomwaffen ein und hat dafür 2017 den Friedensnobelpreis erhalten. Bislang haben 122 Staaten bei den Vereinten Nationen einen entsprechenden Verbotsvertrag beschlossen.

Wie Detlef Paul vom Friedensplenum schreibt, gehöre Deutschland leider immer noch nicht dazu. Deshalb habe ICAN-Deutschland 2019 begonnen, Kommunen für einen deutschen Beitrag für eine atomwaffenfreie Welt zu gewinnen. Dies sei schon bei 64 Gemeinden und vier Landkreisen erreicht worden. Im Märkischen Kreis habe Altenas Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein (CDU) im August den Appell unterschrieben.

Eine Tradition in Iserlohn soll damit fortgesetzt werden
Das Friedensplenum wünscht sich nun zusammen mit der Flüchtlingshilfe Iserlohn und „Fridays for Future Iserlohn“ eine entsprechende Ratsmehrheit und Unterschrift des Bürgermeisters auch für Iserlohn und verweist darauf, dass Iserlohn damit seiner Tradition fortsetzen würde.

Schon 1958 sei der Beschluss gefasst worden, keinerlei Gemeinde eigenen Grund und Boden für die Aufstellung von Raketenbasen oder für sonstige Zwecke zur Verfügung zu stellen, die unmittelbar oder mittelbar der atomaren Aufrüstung dienen. 1984/85 sei dieser Beschluss in Zeiten der Aufstellung von Pershing II und SS-20-Raketen in beiden deutschen Staaten erneuert und Iserlohn weiterhin als „Atomwaffenfreie Zone“ erklärt worden. Am Alten Rathaus sei eine entsprechende Tafel angebracht worden.

Bürgermeister Fritz Fischer sei für die Stadt Iserlohn 1985 dem Internationalen Städtenetzwerk „Mayors for Peace“ beigetreten. 2013 habe sich Iserlohn an den internationalen Aktionswochen für Atomwaffenfreiheit beteiligt, und Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens habe seitdem in jedem Jahr am Hiroshima- und Nagasakitag die grüne Flagge dieses Friedensbündnisses am Balkon des Alten Rathauses aufhängen lassen.


Iserlohner Kreisanzeiger, 03.01.2020

FfF-Organisatoren fordern generelles Feuerwerk-Verbot

Antrag an den Beschwerdeausschuss

Iserlohn. Silvester ist gerade einmal drei Tage her, da blickt „Fridays for Future“ Iserlohn gemeinsam mit Parents for Future Iserlohn und dem Friedensplenum schon auf den kommenden Jahreswechsel voraus. In einem Antrag an den Ausschuss für Bürgeranregungen und Beschwerden fordern sie, durch die Verwaltung prüfen zu lassen, inwieweit ein vollständiges und generelles Verbot des Zündens von Feuerwerken für Privatpersonen umsetzbar wäre – und sofern es möglich ist, die notwendigen Schritte vorzubereiten und in die Wege zu leiten, um das Verbot durchzusetzen.

„Viele Bürgerinnen und Bürger beweisen jedes Jahr, dass sie nicht verantwortungsvoll mit dem Abbrennen von Feuerwerken umgehen können. Immer wieder kommt es zu Belastungen von Mitmenschen durch Feuerwerkskörper, Verletzungen und Umweltverschmutzungen“ heißt es in dem Schreiben an das Ideen- und Beschwerdemanagement. Ende August habe die Deutsche Umweltstiftung rund 100.000 Unterschriften an den Deutschen Städtetag überreicht. Diese wiesen darauf hin, dass einzelne Kommunen die Möglichkeiten hätten, private Feuerwerke zu beschränken. In Iserlohn würden diese jedoch nicht genutzt.

Feinstaubbelastung, Müll, Unfälle und Tierwohl
Aus diesem Grund hat „Fridays for Future“ Iserlohn in ihrem Antrag noch einmal die Hauptargumente, die so auch von der Deutschen Umwelthilfe unterstützt würden, für ein Feuerwerk-Verbot zusammengefasst. Allein in der Silvesternacht sei es zu rund 50 Einsätzen des Rettungsdienstes in Iserlohn gekommen. Dazu komme die enorme Feinstaubbelastung in der Silvesternacht. Diese würde aufgrund des Feuerwerks um das bis zu 30-fache des Erlaubten überschritten. „In der Silvesternacht wird etwa 16 Prozent der gesamten im Straßenverkehr entstehenden Feinstaubmenge innerhalb eines Jahres ausgestoßen“, heißt es weiter.

Des Weiteren sei das Abbrennen von Feuerwerk für Haus- und auch Wildtiere eine extreme Belastung. Sie würden oftmals in Panik geraten und teilweise schwere Unfälle verursachen. „Die hohen Mengen an Müll, die jedes Jahr nach den Silvesterfeuerwerken auf unseren Straßen liegen bleiben und von den Kommunen weggeräumt werden müssen“, seien ebenfalls ein großes Ärgernis, das durch ein generelles Verbot der Feuerwerke umgangen werden könnte, so die Antragssteller.